Das Motto des Sonntags lautet:
Wir haben keine Chance also nutzen wir sie!
Und wie wir diese Chance genutzt haben. Gerechterweise muss man allerdings sagen, Holzgerlingen hat seinen Teil dazu beigetragen. Bei nur 4 Gegnern sind die Voraussetzungen natürlich optimal. Da hatte der Mannschaftsführer von Holzgerlingen wohl noch mehr Probleme eine Mannschaft zu stellen wie ich. Da ich mich selber aufgestellt habe kann man ersehen, dass mir das Wasser auch bis zum Hals stand.
Mit dem Startschuss fahren Till und Olaf ihre Punkte ein und können sich an diesen Partien erfreuen.
In der ersten Stunde passiert nix aber die Spiele schreiten sehr unterschiedlich schnell voran. Mein Gegner kommt mit 1. c4 daher und ich könnte glatt aus der Hose springen. Egal muss auch gehen.
Bei Norbert bleibt die Partie in der Eröffnung stecken. Es wird diskutiert wer die besseren Läuferdiagonalen hat.
Parsa übernimmt das Ruder und greift an.
Uwe genauso. Er vermasselt dem Gegner die Rochade so dass dieser seinen Turm auf h1 einsperren muss. Sein Angriff rollt Richtung König und so ganz leicht liegt ein Matt-Angriff in der Luft.
Nach 1,5 Stunden ist das auch die erste Partie die endet. Remis. Etwas unerwartet aber der Gegner hat sich in gedrückter Stellung konsolidiert und Uwe gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe willigt zum Remis ein.
2,5 : 0,5 passt
Nach einer Eröffnung von der ich keine Ahnung habe finde ich mich in einem Mittelspiel wieder von dem ich auch keine Ahnung habe. Aber wenn mein Gegner auch etwas mehr Raum hat, ich habe keine wirklichen Schwächen. Ich locke ihn mit Lc6 zum Zug d5 der meinen Läufer wieder nach d7 zurück schickt. Macht er auch. Dafür bekommt mein anderer Läufer auf a7 wieder Perspektive bis g1. Provokation gelungen. Im Zentrum spiele ich mit meinem d6 Bauern gegen d5 und e4. Bloß keinen Durchbruch zulassen. Daher postiere ich einen Springer auf e5. Der blockiert den e4 Bauern und macht Ärger. Beim Gerangel um e5 gehen ein Paar Figuren hops. Aber ich halte e5 und belagere den rückständigen e4 Bauern mit meinen Türmen. Spieß umgedreht. Ich erobere dem Bauern. Tausche die restlichen Figuren zu meinen Bedingungen ab und habe ein gewonnenes Endspiel mit Mehrbauer. Da ist nix zu machen, 500 Jahre Turniererfahrung. Ich sitze da, strecke meinen dicken Bauch raus und die Züge kommen wie Geschosse.
3,5 : 0,5 passt noch besser
Ich vermelde das an Norbert und Parsa. Allerdings hat keiner Lust Remis zu bieten. Sind alle im Siegermodus.
Parsa sowieso da er seinem Gegner im Mittelspiel eine Qualle abgenommen hat. Das daraus resultierend Endspiel mit 2 Türmen und Springer gegen Läufer Turm und Springer ist ein Lehrbeispiel. So geht Schach. Obwohl sein Gegner mächtig gegen seine schwachen Bauern am Damenflügel drückt kann er den Laden dicht halten. Auch den Fraibauern im Zentrum behält er im Blick. Läufer und Springer verschwinden und am Ende ist die Qualität eben besser. Parsa setzt das auch super um und behält bewusst seinen Bauern a7 der ihm am Ende den Sieg bringt. Wer ein grandioses Endspiel sehen will sollte die nächsten Freitage im Rathaus sein. Ich bin sicher Parsa führt die Partie gerne vor.
4.5 : 0,5 der Chef is gliiicklich
Der Pechvogel des Tages ist Norbert. Er hat im Eröffnungsduell zwei Bauern gewonnen und verteidigt diese hartnäckig. Vermutlich die falsche Entscheidung. In Zeitnot übersieht Norbert seine schwache Grundreihe. Die Bauern zurückzugeben, zu rochieren, den Springer zu entwickeln und mit gleichem Material zu spielen hätte ein ausgeglichenes Spiel bedeutet. Aber da war der Siegermodus wohl zu stark.
4,5 : 1,5 der Chef is immer noch gliiicklich
Das ist natürlich noch nicht die Rettung aber wir sind punktgleich mit Platz 8 und da geht am letzten Spiel gegen einen direkten Konkurrenten noch was!!
Und weil ich ein netter Mannschaftsführer bin, bekommen jetzt alle 4 Wochen frei.
Zum trainieren versteht sich. 🙂

