9. Spieltag Bezirksliga

Saisonfinale gegen Ditzingen

Wir stehen nach der Punkteteilungen in Rommelshausen und gegen DJK und der unglücklichen Mannschaftsniederlage in Böblingen im Aufstiegssinne quasi mit dem Rücken zur Wand. Für den theoretisch noch möglichen Aufstieg müsste ein hoher Mannschaftssieg her. Wir sind also alle hochmotiviert und gehen in die letzte Begegnung gegen die in Bestbesetzung angetretenen Ditzinger.
Mein Gegner geht übertrieben forsch zu Werke und leistet sich in der Eröffnungsphase einen dubiosen Bauernvorstoß im Zentrum. Ich sehe die Wiederlegung, wittere aber eine Eröffnungsfalle und wähle die sichere Variante, die zum Damentausch führt und die gegnerische Bauernstruktur zerstört. Nachdem sich der Pulverdampf verzogen hat, befinde ich mich quasi schon im Endspiel, das angesichts desolater Bauernstruktur meines Gegners gewonnen sein dürfte. Entspannt mache ich daher eine erste Runde.
Arthur hat nach einem mutigen Figurenopfer mächtig Druck auf die gegnerische Königstellung. Das sieht gut aus. Mahdi steht mit Minusbauer und zwei Springern gegen das Läuferpaar quasi schon auf Verlust – da muss wohl in der Eröffnung etwas schiefgelaufen sein. Gleb hat bei guter Stellung einen Mehrbauer und gewinnt, als ich gerade vorbeischaue, mit einem schönen Zwischenzug einen zweiten. Arne, Stephan, Fritz und Finn haben, soweit ich sehe, leichten Vorteil.
Gegen Arthurs Angriff ist dann auch kein Kraut mehr gewachsen und bei seinem Gegner gehen als erstes die Lichter aus. Ich kann in der versprengten Stellung meines Gegners einen Bauern erobern und einen entfernten Freibauer bilden, den ich unaufhaltsam Richtung Umwandlung schicke. Das will mein Gegner nicht mehr sehen und gibt auf. Glebs Freibauer kostet seinen Gegner eine Figur und kurz darauf auch die Partie. We are on track.
Bei Mahdi bleibt das Wunder aus und seine Springer sind den Läufern im Endspiel unterlegen. Stephans Vorteil verflacht und er landet in einem ausgeglichenen Leichtfigurenendspiel. Alle Gewinnversuche verpuffen und er muss schließlich in eine Punkteteilung einwilligen.
So lautet der Zwischenstand nach fünf Partien 3,5:1,5 für uns. Nach seiner Partie macht Stephan sich schnell auf nach Gerlingen und vermeldet den überraschenden Zwischenstand unseres Aufstiegsgegners DJK im Fernduell von 3,5:3,5. Das sollte uns eigentlich Auftrieb für die verbliebenen Partien geben, doch irgendwie haben sich die Sterne gegen uns verschworen.
Arne wählt eine Abwicklung, die ihm eine Qualität für zwei Bauern einbringt. Doch die Stellung ist kompliziert und er findet in Zeitnot nicht die richtigen Züge. Nach einem Springerschach seines Gegners droht Matt oder Damenverlust, da ist nichts mehr zu machen. Fritz versucht den Druck aufrechtzuerhalten, übersieht jedoch einen forcierten Damentausch, und in dem verbliebenen Leichtfigurenendspiel gewinnt sein Gegner die Oberhand und schließlich auch die Partie. Finn hat, statt seinen Angriffsplan weiterzuverfolgen, im Mittelspiel lieber einen Bauern erobert, den er nun zu verwerten sucht. Im Endspiel mit Springer gegen Läufer reicht das aber nicht, und die Partie ist remis.
So endet unsere Begegnung 4:4, während DJK das Fernduell mit 4,5:3:5 für sich entscheiden kann. Am Ende fehlen uns heute also zwei Brettpunkte zum Aufstieg. Sehr schade, aber so lag es wenigstens nicht an einer einzigen Partie, wegen der man sich die Haare raufen müsste. In der stärksten Bezirksligastaffel aller Zeiten, belegen wir einen guten zweiten Platz und werden das Thema Aufstieg in der nächsten Saison erneut angehen.
So long und meinen Dank an alle Mitstreiter. (Stefan Urlichs)
Anmerkung Martin Berger: Ich danke als eingetragener Teamchef allen Mitstreitern für das tolle Engagement in dieser Saison. Herausheben möchte ich die tolle Leistung von Stefan Urlichs, der mit 7 aus 7 der Topscorer der Liga ist. Herzlichen Glückwunsch! Tolle Ergebnisse erreichten auch Arthur Schenk mit 5,5 aus 6, Arne Jochens mit 6 aus 9, Stephan Kaufhold und Gleb Reznikov mit jeweils 4,5 aus 7.