8. Spieltag Bezirksliga

Auswärtskampf in Gerlingen

Ein Ausflug zum Schachteam nach Gerlingen verspricht jedesmal einen heißen Spieltag. Gerlingen hat noch eine sehr theoretische Chance, erster zu werden. Da müsste Tabellenführer Botnang jedoch in den letzten zwei Spielen mindestens 3 Punkte abgeben. Somit geht es im heutigen Spiel um die Vizemeisterschaft.
Wir treten in guter Besetzung an. Alle Spiele entwickeln sich erst langsam. Action gibt es als erstes in der Partie von Luca, der an Brett 8 sein erstes Spiel für Team 1 spielt. Beim Übergang ins Mittelspiel übersieht er bei einer Abtauschaktion eine Zugfolge, die ihn ein Läufer gegen einen Bauern kostet. Nun heißt für ihn, mit aktivem Spiel das Ganze zu kompensieren.
Gleb hat in der Eröffung und im Mittelspiel an Brett 4 die ganze Zeit eine ausgeglichene Stellung. Einen taktischen „Patzer“, wie er es selbst nennt, übersah sein Gegner zum Glück. Als dann alle Leichtfiguren und Schwerfiguren getauscht werden, ergibt sich zwar ein Endspiel mit einem Mehrbauern für Gleb, jedoch kann er diesen nicht in einen vollen Punkt ummünzen und die Partie endet remis.
Arnes Gegner an Brett 1 hat sehr ambitionierte Angriffsideen am Königsflügel. Arne greift also mit Weiß einfach schneller am Damenflügel an. Er öffnet die a- und die b-Linie und dringt mit Dame und Turm in das schwarze Lager ein. Sein Gegner öffnet dann das Zentrum, um einen Mattangriff zu starten. Dies ist auch nicht schnell genug und Arne startet einen Mattangriff auf der 7. und 8. Reihe. Der volle Punkt geht an Leonberg.
Arthur bekommt an Brett 2 eine lebhafte Stellung auf das Brett. Er baut mit den schwarzen Figuren eine aktive Druckstellung im Zentrum auf. Sein Gegner öffnet mit einem Figurenopfer Arthurs Königsstellung. Arthur findet genug Verteidigungsmöglichkeiten und am Ende einigen sich beide Spieler auf ein gerechtes Unentschieden.
In meiner Partie an Brett 6 setzt mein Gegner die Ansätze für einen weißen Stonewall an. Meine eigenwilliger g6-Aufbau läßt ihn seine Pläne aber etwas abändern. Die Partie nimmt einen eher ruhigen Verlauf. Mein Gegner läßt ein aggressive Vorgehen mit dem g-Bauern aus, was die Engine später als gut bewertet. Er hätte damit jedoch einen Bauernstruktur vor seinem rochierten König geöffnet. Im Fortgeschrittenen Mittelspiel hat er einen schlechteren Läufer hinter seinen Bauern, ich dagegen einen aktiveren Läufer. Die Schwerfiguren und viele Bauern sind noch auf dem Brett. Mein spiel ist sicherlich deutlich angenehmer. Die weiße Stellung zu massieren wird aber noch viel Zeit kosten. Ich gehe auf sein Remis-Angebot ein, was uns eine 2,5-1,5 Führung bringt.
Stephan sichert sich nach der Eröffnung an Brett 5 einen positionellen Vorteil. In Gewinnstellung verpasst er jedoch in Zeitot die richtige Fortsetzung. Sein Gegener verteidigt sich zäh, und schafft es, ihm ein Remis abzutrotzen.
Luca hat inzwischen ein Endspiel mit Dame, Springer und Bauern auf Gegnersseite und Dame mit Bauern auf seiner Seite, wobei er inzwischen einen 2. Bauern für die fehlende Leichtfigur gewinnen kann. Zusätzlich hat er auf der a-Linie einen Freibauern, der sehr schnell Richtung Umwandlung lief. Sein Gegner entschied sich dann für ein Dauerschach und Luca nahm den halben Punkt gerne an.
Stefan ist an Brett 4 mit seiner Stellung nach der Eröffnung nicht zufrieden. Sein Gegner findet in der Anfangsphase jeweils die stärksten Züge und übt mit den Springern mächtig Druck aus. Zwei unnötige Bauernvorstöße bringen die Stellung jedoch wieder ins Lot. Nachdem Stefan mit einem ungewöhnlichen Manöver die Dame über g2 und h3 nach g4 aktivieren kann, greift sein Gegner in sich anbahnender Zeitnot fehl und übersieht eine Springergabel. Stefan gewinnt eine Qualität, kann den Damentausch erzwingen und so in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Als dann noch direkt eine Leichtfigur verloren geht, gibt sein Gegner resigniert auf und Stefan erntet den ganzen Punkt. Der Mannschaftssieg steht damit fest.
David spielt an Brett 7 heute die längste Partie, obwohl er normalerweise ener unserer Turbospieler ist. Seine Partie ist lange ausgeglichen. Er wird zwar etwas in die Defensive gedrängt, sein Gegner findet in Zeitnot dann jedoch nicht die optimalen Züge und David kommt in ein vorteilhaftes Endspiel mit Springer gegen Läufer. Diesen Vorteil führt David souverän zum Sieg.
Wir fahren mit einem verdienten 5,5-2,5 Sieg nach Leonberg zurück und erobern den zweiten Tabellenplatz. Super! Am 9. und letzten Spieltag kommt dann Backnang 2 als Tabellenletzter zu uns. Da sollten wir dann die Vizemeisterschaft perfekt mach. (Martin Berger)