Spitzenspiel in Rommelshausen
Das Auswärtsspiel beim Tabellendritten Rommelshausen sollte kein Spaziergang werden. Bei uns fehlten einige Spieler des Stammteams. Jürgen und ich mussten sogar an den Start gehen. Rommelshausen hatte 8 der 9 Topspieler aufgefahren und vom Papier her waren wir tatsächlich die Underdogs.
Jürgen spielte an Brett 8 gegen einen starken Nachwuchsspieler. Mit der von ihm vorgesetzten Eröffnung ließ Jürgen sich etwas den Schneid abkaufen und gab nach mehreren suboptimalen Entscheidungen den vollen Zähler ab.
Mahdi bot an Brett 4 seinem starken Konkurrenten sehr gut Paroli. Im Mittelspiel kam er durch eine kleine Unachtsamkeit unter Druck und lief in eine fatale Springergabel. Danach war die Partie leider nicht mehr zu halten.
0:2 im Rückstand … das sah nicht wirklich gut aus.
Bei mir entwickelte sich an Brett 6 eine auf den ersten Blick sehr „langweilig“ aussehender Königsinder. Die Engine zeigte in der Nachanaylse auch einen Bewertungsbereich von -0.2 bis +0.2. In unserer Nachanalyse bei Kaffee und Kuchen zeigte sich, dass ich nach der Eröffnung das bequemere Spiel hatte und mit einigen guten Ideen sicherlich besser Druck auf die weiße Stellung in einem Mittelspiel mit Läuferpaaren, Springer und vielen Bauern hätte machen können. Mein Gegner und ich bauten jedoch eine Stellung auf, die uns dann zur Remis-Vereinbarung quasi überredete.
Gleb bekam an Brett 5 eine vielversprechenden Angriff mit beiden Türmen auf der halboffenen g-Linie. Der schwarze König stand zitternd auf f7 und holte dann doch schnell seine Türme zur Hilfe. Nach intensiven Drohgebärden und darauffolgende Friedensgespräche einigten sich beide Spieler auch auf ein Remis.
1:3 im Rückstand … sieht immer noch nicht besser aus.
Arthur lief an Brett 3 auf Hochtouren und man hörte quasi sein Hirn ackern, wie er aggressiver Fortschreiten kann. Mit Weiß hatte er eine schöne Angriffsstellung auf die schwarze Rochadestellung. Mit Dame und Läufer blickte er aber auch auf einen armen Bauern auf c6. Ein Springer seines Gegners stand ängstlich auf h6 und wusste nicht so recht, wie er da wieder weg kam. Die vielen Drohungen genügten dann auch, um entscheidenden Vorteil herauszuholen und den vollen Punkt einzufahren.
2:3 im Rückstand … sieht schon besser aus.
Stefans Gegner hatten an Brett 2 wohl eher einen schlechten Tag. Stefan konnte mit Schwarz im Mittelspiel einem Turm gewinnen und gleichzeitig in die gegnerische Stellung eindringen. Sein Gegner half dann ganz sportlich auch, ein schönes Matt zu erspielen, indem er ein Damenopfer annahm.
3:3 … meine Stimmung wurde besser.
An Brett 1 opferte Arnes Gegner in der Eröffnung einen Bauern. Arne nahm sich viel Zeit, diesen Mehrbauern zu halten, musste ihn aber dann wieder zurückgeben. Es entstand ein schwieriges Spring-Läufer-Bauernendspiel, wobei beide jeweils einen isolierten Bauern auf der a-Linie hatten. Die Analyse zeigte, dass beide Seiten ein paar Tricks ausprobieren konnten, um ihren jeweiligen a-Bauern durchbringen zu können. Da beide Spieler gut aufpassten, kam es dann zum friedlichen Ende.
3,5:3,5 … was passiert in der noch laufenden Partie?
Finn hatte zu diesem Zeitpunkt an Brett 7 auch nur noch wenige Figuren auf dem Brett. Er hatte einen Läufer, sein Gegner einen Springer und jeweils 6 fast symmetrisch aufgestellte Bauern. Sah also sehr stark nach Remis aus. Finns Gegner brachte seinen Springer auf ein zentrales Feld, was aber auch von Finns Läufer betreut wurde. Nachdem die Leichtfiguren getauscht waren, war die Stellung einfach Remis. Das sah sein Gegner auch ein und mit diesem Friedensschluss kam es auch zu einem Mannschaftsunentschieden.
Mit dem 4:4 lief für uns der Spieltag also super. Außer an Brett 1, an dem Arne der Favorit war, waren wir an den anderen Brettern mit 50 und 150 DWZ-Punkten deutlich „schlechter“ als die Rommelshausener. Wir bleiben mit 11:1 Punkten an der Tabellenspitze und 2 Punkte vor DJK Stuttgart, die auch „nur“ ein 4:4 gegen Böblingen erreichten. Am 1.3. kommt es dann zum wahrscheinlich entscheidenden Spiel um den Aufstieg und DJK kommt zum Fight nach Leonberg.
Vielen Dank an alle … ich bin Stolz auf Euch! (Martin Berger)

